\1 /ch Schwinget euch auf, schwinget euch nieder, glu"cklicher Feen zarte Gestalten! Denn unverga"nglicher Scho"ne nie verblu"hender Hauch durchweht die herrlichen Welten, atmet froh dieser Kreis. /fa Warum, Zemina, seh ich dich so traurig? /ze Soll ich, wie du, mich dieser Feste freun, da ihre Zier fu"r immer bald verschwunden? /fa Schon fu"r verloren ha"ltst du unsre Ada, weil sie, um den verweg'nen Sterblichen, dem sie in toller Liebe zugetan, fu"r immer zu besitzen, freiwillig der Unsterblichkeit entsagt? /ze Du weisst, dass sie noch sterblich werden kann, da sie entsprossen zwar von einer Fee, ein Sterblicher jedoch ihr Vater ist. /fa Doch weisst du auch, was ihr und ihrem Gatten vom Feenko"nig auferlegt? Glaub mir, nicht kann's der Sterbliche erfu"llen, Und Groma selbst, der Zauberer, sein Freund soll weichen unsrer Macht, und dann kehrt Ada ewig uns zuru"ck! /ze Lass uns vereint dann streben, sie zu retten! /zf Ihr Feen all! Ihr Geister all! Vernehmt, was wir verlangen! Reicht Hilfe uns zu unsrem Werk! Den Sterblichen zu trennen von der geliebten Fee! /ch Wir geben Hilf und Beistand euch! Unsterblich soll sie bleiben! /fz Reicht Hilfe uns zu unsrem Werk, den Sterblichen zu trennen von der geliebten Fee! /ch Wir helfen euch bei eurem Werk, den Sterblichen zu trennen von der geliebten Fee! /ge Was seh ich? Morald, ihr, und Gunther, du? /mo Wie, Gernot? /gu O komm in meine Arme! /ge Was Teufel, sagt, wie kommt ihr doch hierher? /gu Erza"hle du, wie dir's ergangen ist. /mo Ja, Gernot, melde eilig mir, wo ist dein Herr, wo Arindal? Von unsrer Heimat komm ich her, wo alles traurig ich gelassen. Der greise Ko"nig starb dahin aus Gram um den verschwund'nen Sohn. Der wilde Murold, unser Feind, verwu"stet fu"rchterlich das reich, begehrt die Schwester Arindals, die heissgeliebte teure Lora! Das einz'ge Mittel ist geblieben: Ihn, der jetzt Ko"nig ist, zu suchen, und dazu bot Groma uns die Hand, er, der seit alten Zeiten her Beschu"tzer ist des Ko"nigstamms; er lehrt uns, Arindal zu finden.- Doch sage du, was ist geschehn? /gu Erza"hle, Freund, erza"hle uns! /ge Nun denn, so ho"rt mir beide zu! Ihr wisst, schon ist's acht Jahre her, dass ich mit Arindal verschwand. Zum Jagen zogen wir hinaus, und schon begann die Nacht zu da"mmern, als eine Hirschin sich uns zeigte, so scho"n, als nimmer man gesehn. Der jagte Arindal nun nach mit unermu"dlichem Bestreben, und als er nimmer sie erreichte, gelangten wir an einen Fluss, in dem die Hirschin uns entschwand. Verzweiflungsvoll stand Arindal, bis eine Stimme wir vernahmen, die mit entzu"ckend holdem Klang den Ko"nig ma"chtig nach sich zog. Da sprang er plo"tzlich in die Fluten, und ich, als treuer Diener, nach. /gu Unglaublich! /mo Fahrt fort, mein Freund! /ge Vor Schrecken wa"r ich fast gestorben; doch als ich endlich mich gefasst, war ich in einem scho"nen Schloss, und Arindal lag hingegossen zu eines scho"nen Weibes Fu"ssen. Sie sprach zu ihm hinabgewandt: " Ich liebe dich, wie du mich liebst, doch eh ich ganz dein Eigen bin, hast du noch viel zu u"berstehn. Vor allem magst acht Jahre lang du nimmer fragen, wer ich sei!"- Trotz meinem gro"ssten Widerstreben ging Arindal das Bu"ndnis ein!- Wer sie getraut, ich weiss es nicht, doch schon zwei Kinder zeugten sie. Acht Jahre flossen so dahin, und ob ich schon nach Haus mich sehnte, lebt ich in Freud und Herrlichkeit, bis gestern der verliebte Prinz, von heftiger Begier getrieben, in seine Gattin drang, zu sagen wer und woher sie sei. Da ho"rten plo"tzlich Donner wir erschallen: verschwunden war sie, und mit ihr das Schloss und ihre Dienerinnen. In diese o"de Felsengegend sind wir versetzt, und Arindal sucht in Verzweiflung seine Gattin. /gu O Wunder u"ber alle Wunder! /ge Doch, saget endlich denn auch mir: lebt meine liebe Drolla noch? /gu Sie lebt und weinet oft um dich! /mo Und dass du bald sie wiedersiehst, muss Arindal mit dir uns folgen! /ge O seht, dort naht er schon! Wie ein Besess'ner sieht er aus! /mo So eilen wir von hier hinweg, und du, verschweig ihm unsre Gegenwart! Denn wisse: Groma lehrte uns wie wir von hier hinweg - /ar Wo find ich dich, wo wird mir Trost? Entflohn bist du, und all mein Glu"ck mit dir! In jede Gegend, in jeden Raum hab ich mein spa"hend Auge gerichtet; in jedes Tal, in jede Ho"he drang meiner glu"h'nden Sehnsucht Seufzer! Weh mir, vergebens all' Bemu"hen! Die Wildnis to"nt von ihrem Namen, das Echo spottet meiner Qual, nur " Ada! Ada! " ruft es aus! Und keine Antwort nennet " Arindal "! Dein auge leuchtet mir nicht mehr! Dein Busen, ach, erwa"rmt mich nicht! Kein Kuss stillt meiner Lippen Durst! Dein Arm umfa"ngt mich nimmermehr, nur Todeska"lte haucht mich an! Weh mir! War alles denn ein Traum? Wo bist du, ach, wo bist du, wo weilst du fern von mir? Wohin send ich den Blick, der dich erreichen soll? Bei dir ist meine Sonne, bei dir allein ist Leben, doch fern von dir ist Tod und grausenvolle Nacht. Ach! Lass mich das Leben finden, lo"s mich von Todesangst! Wo bist du, ach, wo weilst du, wo weilst du fern von mir? O ende meine Qual, und nimm mich auf zu dir! /ge Da steht Ihr nun, so recht bejammernswert! Was wird wohl all das Klagen euch noch helfen? Verlasst den Ort, und folgt zur Heimat mir! /ar Ich sollte meine Gattin lassen? Schweig! /ge Ihr Eure Gattin? Liess sie Euch nicht sitzen? Sie war so lang fu"r Euch, als ihr's beliebte; jetzt, da sie Eurer satt, la"uft sie davon! /ar Welch albernes Geschwa"tz! /ge Mit einem Wort, die, die Ihr Gattin nennt, ist eine Hexe, so eine alte bo"se Zauberin! /ar Sei still! /ge Deshalb verliesst Ihr Reich und Land, weil Ihr in eine Hirschkuh Euch verliebt? /ar Du La"stermaul! /ge Ja, wie Ihr sie nachher gesehn, das war nur Lug und Trug! /ar O diese Scho"nheit also zu verho"hnen! /ge O welche Scho"nheit! Na"chstens seh ich Euch wohl selbst mit einem stattlichen Geweih! /ar Du reizest meinen Zorn! /ge Auf einen Hirsch darf ich nun nicht mehr jagen, denn wer steht dafu"r, dass so 'nen Ko"nig ich erlege? /ar Halt ein, du frecher Bursch! Zu meiner Qual kann deiner Scherze Rohheit nimmer passen! /ge Habt von der Dilnovaz Ihr schon geho"rt? /ar Was soll dies hier? /ge Ho"rt zu, ich will's erza"hlen! War einst 'ne bo"se Hexe wohl, Frau Dilnovaz genannt, die war so ha"sslich und so alt, als es nur je bekannt! Doch trug sie einen Ring am Finger, der machte jung und scho"n, als ha"tte man in seinem leben nicht Scho"neres gesehn. Sie kam zu einem Ko"nig so, beto"rt ihn allzumal; er machte sie zur Ko"nigin, er nahm sie zum Gemahl! Er war so blind in sie vernarret, dass er nicht ho"rt' und sah, und dass er nimmermehr gewahrte, was um ihn her geschah. Einst traf er sie in fremdem Arm in arger Liebesglut; da zog er seinen Degen schnell und hieb nach ihr voll Wut! Doch traf er nur den kleinen Finger, an dem sie trug den Ring; da sah er bald in der Geliebten ein altes ha"sslich Ding. /gu Arindal! /ar O welch ehrwu"rdige Gestalt! Sag an, wer bist du, was begehrst du? /gu O welcher Schelmenstreich! Wer mag den Schalk erkennen? Den heiligen Priester nennt man mich und Liebe treibt mich her zu dir! /ar Ich staune! Rede, heilger Greis! /ge Ich mo"cht ihn selbst fu"r heilig halten! /gu O Ko"nig, du bist u"bel dran, von einem bo"sen Weib umstrickt! Ich kam hieher, dich zu ermahnen, aus ihren Banden dich zu retten: wer sich fu"r immer ihr ergibt, fa"llt ab von Gott und seinem Reich! /ar Entsetzlich! Was muss ich vernehmen! /ge Was macht der Kerl fu"r scho"ne Worte! /gu Du siehst die wilden Tiere wohl, die sich in diesen Klu"ften bergen! Sie waren Menschen einst, doch jetzt sind sie von diesem Weib verdammt. Folgst du mir nicht sogleich von hier, droht gleiches Schicksal dir! /ge Ihr wisst, ihr wisst! Das Hirschgeweih! /ar O Himmel, wa"r es mo"glich, ich sei von ihr geta"uscht? /ge Haha! Das ist zum Lachen, solch na"rrischer Betrug! /gu Wirst du sogleich mir folgen, sollst du gerettet sein! Wenn du noch la"nger zo"gerst, so musst du untergehn. /ar So soll ich ihr entfliehn, die ich so heiss geliebt. Was seh ich! Gunther du? /ge Was Teufel! /gu O weh! Was ist mir geschehn? /ge Nun ist der ganze Spass vorbei! /ar Welch unerho"rte Freveltat, so ja"mmerlich mich zu betru"gen! O dank, geliebte Ada, noch liebst du sicher mich! Den Trug seh ich vernichtet, durch deiner Liebe Macht! /ge Nun ist schon halb verloren die gutgemeinte List! Er bleibt bei seinem Sinne und folgt uns sicher nicht. /mo Arindal! /ar Gott, was erblick ich! Dort mein Vater! Welch neue Ta"uschung findet statt? /gg Wie ta"uschen ist das wesen, die Gestalt! /ar Sag an, bist du mein Vater nicht? /mo Dein Vater bin ich nimmermehr, ich bin nur deines Vaters Geist! Ich starb dahin aus Gram um dich, da ich dich fu"r verloren hielt! /ar Hier waltet keine Ta"uschung mehr! O Gott, mein Vater ist dahin! /gg Mich fasst fu"rwahr ein Grausen an, so a"hnlich sieht er seinem Vater! /mo Als Geist komm ich, dich zu ermahnen, dieweil dein Reich in arger Not! Der wilde Ko"nig Murold fiel nach meinem Tod in unser Reich; verwu"stet ist es rings umher, nur eine Stadt ist noch geblieben; sie wird von deiner Schwester jetzt mit ihrer letzten Kraft beschu"tzt, derweil du in verliebtem Wahn dem tra"gen Mu"ssiggange fro"hnst! /ar O, welch entsetzliches Geschick! Dein Vorwurf, Vater, trifft mich schwer! /gg Wie's ihn ergreisst! Nur zu! Nur zu! /mo Darum verlasse diesen Ort und folge mir nach deinem Reich! Dein Arm gebricht dem Vaterland und deine Schwester ruft zu dir! /ar O Himmel, wa"r es mo"glich? Mich trifft so schwer Geschick! /mo Wirst du sogleich mir folgen, so rettest du dein Reich! Wenn du noch la"nger zo"gerst, muss alles untergehn! /ar So muss ich sie verlassen, mich ruft die harte Pflicht! /gg Dies wird ihn wohl erweichen, er folgt nun sicher uns. /ar Wie? Morald? Wiederum Betrug? /gg O weh! Auch ihm ist es missglu"ckt! Nun ist der ganze Spass vorbei! /ar O, Morald, teurer Freund, auch du verspottest mich durch solchen Trug? /mo O Herr verzeih! Die beste List ist jetzt durch fremde Macht vereitelt. Erzu"rne nicht, und lass als Freund zum teuren Freunde jetzt mich sprechen! /ar So ist es wahr, mein Vater starb? /mo Aus bittrem Kummer u"ber dich. /ar O hartes Schicksal! Wehe mir! /mo Was ich in jener Truggestalt von deiner Heimat dir gemeldet, sei jetzt von deinem Freunde dir als schlimme Wahrheit wiederholt! In Tru"mmern liegt das scho"ne Reich! /ar Genug, halt ein! Ich folge euch! Ach, was allein zuru"ck mich hielt, ist mir fu"r ewig ja entschwunden! Geht denn beiseit und pflegt der Ruh, ich folge morgen euch von hinnen! /gm O welches Glu"ck, er willigt ein! /ar Hinweg von hier ruft mich die Pflicht! /gm Sein starrer Sinn hat sich erweicht! /ar Ich zo"gre la"nger nicht! Ich zo"gre la"nger nun nimmermehr! O, wer ermisset meinen Schmerz, ich soll die Gattin nicht mehr sehn! /gu Nach meiner Heimat ziehe ich, zu unsren hu"bschen Ma"dchen hin. /mo Nach meiner Heimat ziehe ich, zur heissgeliebten Lora hin! /ge Nach meiner Heimat ziehe ich, zu meiner treuen Drolla hin! /gm O welches Glu"ck, er willigt ein, sein starrer Sinn hat sich erweicht! /ar So soll fu"r immer ich nun von dir scheiden, und du, geliebte Gattin, zeigst dich nicht? Nicht einen Kuss, nicht eine einz'ge Tra"ne hast du fu"r deinen scheidenden Geliebten! O Grausame, leb wohl, leb ewig wohl, zum Kampfe zieh ich fu"r mein Vaterland, und meine Hoffnung ist allein der Tod! Doch was bema"chtigt meiner Glieder sich? Ich will hinweg, doch weigert sich mein Fuss!- Mein Auge sinkt! - Ist dies der nah'nde Schlummer? Ich fu"hl's! Leb wohl, mein Lieb, dein Gatte scheidet so! Ade! /ad Wie muss ich doch beklagen, was sonst so hehr, so scho"n - zu traurig hartem Lose wird mir Unsterblichkeit! Weil ihn allein ich liebe, ga"b ich so gern sie hin! Doch ganz ihm zu gewinnen, wie ist's so hart, so schwer! Mir bleibt nun nichts als klagen und weinen um mein Los! Ihn werde ich verlieren, um ewig tot zu sein! /ar Wo bin ich? Ach, in welche sel'ge Ra"ume hat mich ein scho"ner Traum wohl hingefu"hrt! Und dort, ha, tra"um ich nicht, ist meine Gattin? /ad Erkennst du mich? Geliebter, Undankbarer! Du wolltest mich verlassen? /ar Ada, dich seh ich wieder? U"bermass von Wonne! Mir wird das freudige Glu"ck, dich wieder ganz zu besitzen, all schweres, bitt'res Leid in deinem Arm zu vergessen! /ad O da"mpfe deine Glut, gebiete dem Entzu"cken! Zu neuer, herber Qual bin ich dir jetzt erschienen! /ar O warum Pein, o warum Qual? Du bist fu"r immer mein, und jede Lust mit dir! /ad Unglu"cklicher! Nur kurze Zeit, fu"r ewig dann getrennt bin ich von Arindal! /ar Ich lasse dich nimmermehr und weiche nie von dir! /ad Nur noch ein einz'ger Tag, und du verla"ssest mich! /aa Noch halt ich dich in meinen Armen, doch dich entreisst das Schicksal mir. Verderben wird uns beiden drohen, Wenn unsrer Liebe Macht nicht siegt! /mo Auf, Arindal, komm jetzt mit uns von hinnen! Was seh ich? Gott, wohin sind wir versetzt? /gu Und dort, das scho"ne Weib! /ge Ich kenne alles! Sein Weib, die hu"bsche Hexe, hat er wieder; nun ist's vorbei, er folgt uns sicher nicht! /ch Fu"rwahr, welch go"ttlich scho"nes Weib! /mo Solch milden Zauber sah ich nie! /ch Sah ich wohl je so hohen Reiz? /mo Ich kann den Ko"nig wohl begreifen! /ar Weh mir, schon hab ich es versprochen, nach meiner Heimat mitzugehn! /gm Wie blendet ihre Scho"nheit mich, wie ihrer Wangen holdes Licht! /ge Ach, das ist alles ja nicht echt, und ihre Wangen sind geschminkt! /ar Weh mir, schon hab ich es versprochen, nach meiner Heimat mitzugehn! Wie soll ich mein Versprechen halten! Wie kann ich fort, wie soll ich los? /gm Den Ko"nig wag ich kaum zu mahnen, dass er von hier uns folgen soll. Fu"hrwahr, welch go"ttlich scho"nes Weib! Sah ich wohl je so hohen Reiz? So milden Zauber sah ich nie, ich kann der Ko"nig wohl begreifen! /ad Weh' mir! Schon naht der Anfang meiner Leiden! Man kommt, des Vaters Tod mir zu verku"nden! Dein Vater hat das Los der Sterblichen geteilt. /ze Aus deines Reiches Fernen stro"mt alles Volk herbei, zu gru"ssen dich als Ko"nigin! /ch Heil unsrer Ko"nigin! Heil, scho"ne Ada, dir! Gegru"sset sei als Herrscherin von deines Volkes Schar! Von fern erto"nt der Jubel unsrer frohen Huldigung. Heil unsrer Ko"nigin! Heil, scho"ne Ada, dir! /ad O ha"tt ich diese Jubels Kla"nge wohl nimmermehr geho"rt! Ich fu"hle nur die neue Fessel an mein unselig Los! /zf Dies fesselt sie mit neuen Banden an die Unsterblichkeit; denn will sie wirklich sterblich werden, verliert sie auch ihr Reich. /gu Hab ich wohl je etwas gesehen, was diesem Treiben gleicht! /mo Was soll ich wohl von allem halten, ich kann mich fassen kaum. /ge Das ist nur alles toller Spuk, Betrug und Heuchelei! /ar Sag, meine Gattin, mir was soll dies Treiben all? /ad Du ho"rst mich Ko"nigin wohl nennen, dies wisse denn, doch frage nicht! Denn das, was Freude dir erscheint, wird mir zu schwerer Pein! Ich muss von dir jetzt wieder fort, du folg den Deine in dein Land! Fu"r jetzt - wenn nicht fu"r immerdar! O, ko"nnt ich alles dir vertrauen! Doch dies verbietet mein Geschick. /ar So sprich! Wann sehe ich dich wieder? /ad Schon morgen! Bittres Wiedersehn! /ar Schon morgen, morgen! Welches Glu"ck! /ad Zu deinem Unglu"ck siehst du mich!- /ze Du weisst, er muss ihr jetzt schwo"ren auf keinen Fall sie zu verfluchen! /fa Doch da er's nimmer halten kann, so muss der Meineid ihn verderben! /ad Vernimm denn, was ich dir verku"nde: was du auch morgen sehen magst, was dich fu"r Schrecken auch bedrohn, was dir fu"r Unheil auch begegne, o Arindal, lass nimmer dich so weit verleiten, mich, deine Gattin, zu verfluchen! /ar Was ho"re ich, du spottest mein! /ad Sei standhaft dann und schwo"re mir's,- ach, schwo"re nicht!- /ar Ich schwo"re dir's!" /zf Habt ihr's geho"rt? Er hat geschworen! /gm Er schwur! /ad Weh mir, er hat geschworen! /gm Ein schreckenvoll Geheimnis verbirgt wohl dieser Schwur! Die ihn dazu vermocht, steht jetzt gea"ngstet da! /zf Er hat es ihr geschworen, und kann nicht mehr zuru"ck; der Schwur bringt ihm Verderben und trennt von Ada ihn. /ar Was ich beschworen habe, sei treulich auch bewa"hrt! So wie ich heiss sie liebe, bleibt heilig auch mein Schwur. /ad O ha"tt er nie geschworen, den harten Schreckenseid! Er wird ihn nimmer halten und durch ihn untergehn! /ch Dir to"net freudig unser Jubel, als unsre Fu"rstin sei gegru"sst! Es schall' hinauf in alle Ra"ume der Preisgesang der Ko"nigin! Heil, scho"ne Ada, dir! Heil unsrer Ko"nigin! /gm Auf, komm mit uns nach deinem Lande, zu deinem Reiche kehre heim, la"sst du noch la"nger hier dich halten, muss Land und Schwester untergehn! Auf, Ko"nig, folge uns nach deiner Heimat hin! /ar So lass ich dich aus meinem Armen bis zum beglu"ckten Wiedersehn; ich schwur dir Treu und will sie halten und sollt ich druber untergehn! Leb wohl, du mein Gemahl, ich bleibe ewig treu! /zf So reisse dich aus seinen Armen, das Volk will dich gekro"net sehn! Lass la"nger nich zuru"ck dich halten, der Huldigung entgegengehn! Auf, komm! Auf, Ada, folge uns zum frohen Feste hin! /ad So lass ich dich aus meinen Armen, wir werden bald uns wiedersehn; o mo"gest deinen Schwur du halten, sonst musst du mit mir untergehn! Leh wohl, mein Arindal, und bleibe ewig treu! \2 /ch Weh uns, wir sind geschlagen und flu"chtig vor dem Feind! Schon tobt er vor den Mauern und droht mit Untergang!- Zu dir hinauf, o ma"chtger Gott, to"nt unser Ruf aus tiefer Not! Erho"re uns und steh uns bei! Uns dra"ngt die Todesangst, der Hilfe Ruf umsonst! Verderben harret uns und droht mit Qualentod! /lo Was dra"ngt euch so mit harter Todesangst, dass ihr mit solchem Schrei die Luft erfu"llt? /ch Geschlagen sind wir wieder, dem Untergang geweiht! /lo Kleinmu"tige! Warum sogleich verzagen? Auf wen dra"ngt sich mehr Missgeschick zusammen, als auf mich selbst, die ich ein schwaches Weib? Mein Vater starb, mein Bruder ist entfernt, und selbst den teuren Freund muss ich vermissen! Habt ihr vergessen Gromas Weissagung, dass dieses Reich niemals verloren geh, sobald uns Arindal zuru"ckgekehrt? /ch Doch wer sagt dies uns an, dass je zuru"ck er kehre? /lo Sandt ich den teuren Morald selber nicht, ihn aufzusuchen und zuru"ckzubringen? /ch Unglu"ckliche! Wohl la"ngst ist Arindal dahin! /lo Was sagt ihr! Weh mir, wenn es mo"glich sei! Ihr weckt des eignen Herzen tru"be Anhnung: sie kehrten nimmer mir zuru"ck! O musst du Hoffnung schwinden, die du mein einz'ger Trost, die mich in schweren Leiden mit holdem Arm umfing! Den Bruder bald zu sehen, war mir ein froher Wahn;- den Freund bald zu umarmen, war ho"chste Wonne mir! Und kehrte keiner wieder,- welch qualenvoll Geschick!- So mu"sst ich, ganz verlassen, allein zu Grunde gehn! /bo Heil euch! Ich bringe frohe Kunde: mit Arindal kehrt Morald uns zuru"ck! /ch Was sagt er? Gott, wa"r's mo"glich? /lo Kaum trau ich meinem Ohr! Wo sahst du sie? /bo Ich zog mit aus, den Ko"nig aufzusuchen, wir fanden und bewogen ihn zur Ru"ckkehr! /lo Sie kehren mir zuru"ck! Wie fass ich mich vor hoher Freude! Wie fass ich mich vor Wonneglut! Den Busen fu"hl ich hoch sie heben, und froh erbebt mein heisses Herz! Den teuren Bruder soll ich sehn, des Untergang ist schon beklagt! Geliebter Freund, du kehrest wieder, und eilst in deiner Treuen Arm! /ch Welch hohe Freude wird uns wieder, der Teure kehret uns zuru"ck, die Hoffnung soll uns wieder heben! Voll Wonne atme jedes Herz! O Ko"nig, sei gegru"sst von deinem treuen Volk! Der Jubel wehrt dem Leid bei deiner Wiederkehr! /ar O hemmet dieses Jubels To"ne, mit Schreckensmahnung dra"ngt er mich! Denn ach! Zum reichen Ko"nigsmantel wird mir des Vaters Grabgewand! /mo O Lora, sieh, was ich versprochen, das hielt ich trotz Gefahren dir: den teuren Bruder bring ich wieder, gedenkest du des su"ssen Lohns? /lo O, welchen Lohn soll ich dir geben fu"r dieser Wonne U"bermass! Den Freund, den Bruder hab ich wieder: Voru"ber seh ich alles Leid! /lm Ich seh dem Schicksal froh entgegen, und fu"hle neu geru"stet mich; Denn Rettung naht dem Vaterlande und Liebe winkt in deinem Arm! Dahin flieht alles Leiden und alle Freuden ziehen ein! Lass denn zum letzten Kampf uns schreiten, der uns dem Glu"ck entgegen fu"hrt! /ar Ich seh dem Schicksal bang entgegen und fu"hle fast entmutigt mich; so viele Not in Heimatlande und neue Qual noch harret mein. Wie trage ich wohl alle Leiden, wie soll ich stark zum Kampfe sein! Schon dru"ckt die Gegenwart mich nieder, die zu noch gro"sserm Schrecken fu"hrt! /ge Wie ist dir's, Gunther, dass du endlich wieder auf deinen eig'nen Fu"ssen stehen kannst? /gu O was fu"r eine schlimme Nacht war dies! Von solchen Greueln hab ich nie getra"umt! /ge Doch dieser Morgen! War es nicht, als ob die blut'ge Sonne alles wollt versengen? Die Erde bebte unter meinem Fuss, der Blitz verdarb mir mein Gesicht, der Donner mein Geho"r! /gu Der Ko"nig selbst, wie war er doch erschu"ttert! /ge Und was find ich nun hier? Von Feinden alles voll, kaum noch ein Fussbreit Lands geho"ret uns! /gu O bo"se Zeichen - bo"se Zeiten! /ge Mir ist's, als ha"tt ich einen tu"cht'gen Rausch gehabt, so geht der Jammer mir durch alle Glieder! Wenn ich nur meine Drolla fa"nd! Sag mir: ist sie noch jung? /gu Du fragst mich ziemlich dumm; seit du von uns, ward sie acht Jahre a"lter, damals - war sie ein Kind! /ge Ich meine hu"bsch? /gu Gewiss! Ich kam oft in Versuchung - /ge Wie? /gu Nun, sie zu tro"sten! /ge Das ha"ttest du lassen ko"nnen! blieb sie mir treu? /gu Ich glaube; frag sie selbst, dort kommt sie her, ich lass euch gern allein! /dg Wie? Seh ich recht, ist dies nicht Gernot? ( Drolla?) Du bist's! O welche Freude! Ach, nach so langen Zeiten dich endlich wiedersehn! Dich an mein Herz zu dru"cken, ist zum Entzu"cken ganz! O sage mir, erza"hle, wie ists dir's doch ergangen? O erza"hle! O erza"hle! /ge Mir ist's recht gut ergangen! Ich war mit meinem Herrn so lang bei einer scho"nen Ko"nigin. In ihrem Schlosse war die Wahl der hu"bschen Ma"dchen wahrlich schwer. Sie waren alle wie zum Ku"ssen, die eine blond, die andre braun, mit blauen und mit schwarzem Augen! /dr Gewiss, gewiss - ganz allerliebst! /ge Und da ich auch ein hu"bscher Bursch, verliebten alle sich in mich, und ich, ei nun - und ich - /dr Jetzt stockt er wahrlich mit der Sprache! O warte nur, du bo"ser Schelm! Mir dieses in Gesicht zu sagen, das ist doch wahrlich unerho"rt! /ge Jetzt will ich doch von ihr erfahren, ob sie wohl wirklich mich noch liebt. Die Eifersucht soll mir es sagen, glaubt sie, was sie von mir geho"rt! /dr So lass auch dir von mir erza"hlen, wie mir's so lange Zeit erging! Bei Hofe war ich hier so lang als Loras beste Dienerin. Um sie zu werben zogen her der scho"nsten Ritter reiche Zahl; sie waren alle wie zum Ku"ssen, der eine blond, der andre braun, mit blauen und mit schwarzen Augen. /ge Ich werde selber schwarz und blau! /dr Und da ich auch nicht ha"sslich bin, verliebten alle sich in mich, und ich - ei nun, und ich - /ge Jetzt stockt sie wahrlich mit der Sprache - o warte nur, du bo"ses Ding! Mir dieses ins Gesicht zu sagen, das ist doch wahrlich unerho"rt! /dr Vor A"rger kann er kaum sich fassen! so ist es recht dem Flattergeist! Vor Eifersucht soll er verzagen, glaubt er, was er von mir geho"rt! /dg Hinweg von mir, du Falscher! ( Falsche!) Ich mag dich nicht mehr sehn! So hieltest du die Treu, die du mir oft geschworen? In fremde Ma"nner (Ma"dchen) sich verlieben, derweil ich in der Fern bin, das heiss ich wahrlich doch betru"gen, und seine Liebste (seinen Liebsten) hintergehn! - /ge Drolla!- /de Gernot? /ge Bist du denn noch nicht fort? /dr Du bist noch da? /ge Mich du"nkt, du weinst? /dr Was ku"mmert's dich, Treuloser! /ge Ich, treulos? Ach fu"rwahr, das bin ich nicht! /dr Hast du's nicht selbst erza"hlt? /ge Gelogen, ach, gelogen! In mich hat keine sich verliebt, und ich hab nur nach dir mich hingesehnt, entdecken wollt ich, wie es mit dir stu"nd? /dr Und ich hab wahrlich auch gelogen, in mich hat keiner sich verliebt, wie ich in keinen mich. Ich bin dir treu geblieben! Um dich zu strafen, log ich dir was vor. /ge Was ho"r ich? Lass uns sogleich umarmen! Verzeihung! /dg So sind wir denn vereint, um nie uns mehr zu trennen, kein Argwohn, kein Verdacht soll je uns scheiden ko"nnen! Du liebst mich, welche Freude, ach, welche Seligkeit! Erdichtet und erlogen war, was uns jetzt entzweit! Wir trennen nie uns mehr, um ewig froh zu sein! /ad O Grausame, so habt ihr kein Erbarmen und treibt mich kalt zu diesen grausen Taten? /fa Verzeih, wir sind nicht Schuld an dem Geschick, das dir dein eig'ner Will' bereitet hat. /ad Doch da ihr wisst, welch Los mich A"rmste trifft, wenn ich besiegt, so freut ihr euch der Qual? /ze O glaub es nicht, denn sie entlockt mir Tra"nen! Doch ho"re: du kannst dich allem noch entziehn, sobald du jetzt dem Sterblichen entsagst! /fa Noch ist es Zeit und offen steht die Wahl: hier langer Tod und dort ein ewig Leben! /zf Bedenk, und deine Wahl sei dein Geschick! /ad Weh mir, so nah die fu"rchterliche Stunde, die all mein Glu"ck und all mein Elend kennt! O warum weckt ihr noch in meiner Seele den Zweifel jener herben Wahl! Unglu"ckliche, wohin soll ich mich wenden? Wie so gewiss ist nur mein Untergang, und ach, wie ungewiss mein Sieg!- Ich ha"ufe selbst die Schrecken an, die Qualen leit ich auf ihn hin, ich wecke Zweifel in ihm auf, die nie ein Sterblicher ertra"gt! Von u"berall stu"rmt Unglu"ck ein, sein letzter Stern, die Liebe, sinkt - Nacht wird's um seine Sinne her, er ra"cht sich und verflucht sein Weib! - Weh mir! Und dieser Fluch trennt mich von ihm, und Ewigkeiten treten zwischen uns! Verzweiflung, Wahnsinn, Tod ist dann sein Los, und meines fu"rchterlich: auf hundert Jahr Verwandelung in Stein!- Ich ko"nnte allem mich entziehn, steht mir's nicht frei! In ew'ger Scho"ne unsterblich, unverwelklich blu"hn?- Es huldigt mir die Feenwelt, ich bin ihr Glanz und ihre Zier! Es ehrt ein unverga"nglich Reich mich, seine hohe Ko"nigin! Ich ko"nnte allem mich entziehn, in Feen pracht unsterblich blu"hn! Betrogne, Unglu"cksel'ge! Was ist die Unsterblichkeit? Ein grenzenloser, ew'ger Tod! Doch jeder Tag bei ihm ein neues, ew'ges Leben!- So sei es denn! Geschlossen ist die Wahl, fu"r jenes Leben opf'r ich alles hin! Mein Arindal! Begeistern wird auch ihn die Liebe und Mut zum Kampfe ihm verleihn; den Zweifel wird er ku"hn besiegen, aus meinen Banden mich befrein! Die falsche Tu"cke sei vernichtet, die mich von ihm zu trennen strebt! All eu'r Bemu"hen sei vergebens, das meine Liebe to"ten will! Denn sollte er auch unterliegen, und mich der Felsen in sich schliessen, so soll die Liebe selbst den Stein der Sehnsucht Tra"nen weinen lassen! Und diese Tra"nen fu"hlt mein Gatte, dieser Seufzer dringt zu ihm, der Klageruf wird ihn durchbeben, la"sst ihn nicht rasten, treibt ihn her! /al Ho"rt ihr des Sturmes Brausen, das vor den Mauern tobt? Es sind des Feindes Scharen zu neuer Wut erwacht! /ar Wie bang erfu"llt ist meine Brust! /lo Auf denn, ihr Freunde, zieht hinauas! /ar O wie ertrag ich alle Not! /lo Befreiet uns von dieser Not! /dr So ziehet froh hinaus zu dem Befreiungskampf! /ch So ziehen wir hinaus zum letzten Todeskampf! /ar Zu ka"mpfen, ach, vermag ich nicht! /mo Ihr Krieger, kommt, ich fu"hre euch! /lo Wie, Bruder, du vermo"chtest es, dem heil'gen Kampf dich zu entziehn? /ar O Lora, krank ist meine Seele, und siech liegt aller Lebensmut! /dg Seht ihr des Ko"nigs tru"ben Blick, wie er umsonst nach Fassung ringt? /ar Wie soll ich Ha"rt'res noch ertragen, da diese Not das Schwerste mir? /lo Wie soll ich seine Stimmung deuten, die ihn so schwer darnieder dru"ckt! /ad Weh dir, wenn dies das Schwerste dir erscheint! /ar O Himmel, meine Gattin! /al Wie, dies ist seine Gattin? /ad Jetzt, Arindal, gedenke deines Schwurs! /ld O seht die holden Kleinen, wie lieblich anzuschaun! /ge Das sind die hu"bschen Dinger, die ihm von ihr geschenkt! /ar Ach, meine Kinder seh ich wieder, welch freudig unverhofftes Glu"ck! Ich lasse sie mir nimmer rauben, und kein Geschick entreisst sie mir! /al Seht, o seht die holden Kleinen, etc. /ad O ha"ttest du sie nie gesehn! Zum Jammer wird ihr Anblick dir! /ch Entsetzen! Was geschieht? /ar Ha, was beginnst du? /ad Gib meine Kinder mir zuru"ck! /ar Ha nimmermehr! Was soll gescheh'n? /ad Lass mich, noch sind sie nicht ganz dein! /ar Entsetzliche! Sie sind nicht mein? /ad Der Feuerschlund soll sie empfangen! /ld Ha, was beginnet die Verweg'ne! Greift an und haltet sie zuru"ck! /ad Zuru"ck von mir, Verweg'ner! /ar O Weib, ich lass dich nicht gewa"hren! Und ihr hinab! /al O Gott, was haben wir gesehn? War es nur Ta"uschung, war es Wahrheit? Entsetzlich Weib, was tatest du? Kann man dich eine Mutter nennen? /ar Wie ma"chtig wu"hlt's in meiner Brust, es paart sich Vorwurf und Verdacht! /ad Wie ma"chtig wu"hlt's in seiner Brust! O Himmel, schu"tz ihn vor Verdacht! /ch Entflieht, wir sind besiegt! /al Welch neues Unheil stu"rmt auf uns und drohet uns mit Untergang! /ad Dies Unheil trifft mich mehr als ihn! Es weihet mich dem Untergang! /cv Schon na"her dringt der Sturm, ho"rt ihr den grausen La"rm? /ck Verloren, ach verloren! Nichts kann uns mehr erretten! /lo Ihr Feigen, was entflieht ihr, fu"hrt euch der tapfere Morald nicht? /ck Er ist verschwunden uns, gefangen oder tot! /lo Tot! /al Zu Tru"mmern stu"rze alles hin, der Beste ist gefallen! /ad Noch ahnt er nicht, dass ich die Schuld an allem seinen Elend bin! /ch Seht, dort kommt Harald her, der Hilfe uns versprach! /ar Der letzte Hoffnungsschein! /ad Wird mir zum Untergang! /lo Sag an, wo sind die Krieger, die du zur Hilfe bringst? /ha Weh euch, ich bringe nichts! - Vernichtet ist mein Werk! /al Was sagt er? Keine Hilfe, nur neuer Untergang? /Ha Die besten Krieger hatte ich geworben, und schon nicht fern mehr waren wir der Stadt, da stellt sich uns ein Kriegsheer in den Weg, an seiner Spitze ein gewaffnet Weib. Sie griff uns an mit unerho"rter Macht, und alles war in kurzer Zeit zerstreut. Dann sprach das Weib: " Geh heim zu Arindal, sag ihm, ich sei Ada, die Ko"nigin!" /ad O, muss ich dieses noch ertragen! /ar Was sagst du? Ist es diese, die dir den Auftrag gab? /ha Mein Ko"nig, ja, sie ist's! /al Entsetzlich! Seine Gattin ist mit dem Feind in Bund! /ar Ha, furchtbar tagt's ib mir! Ich war von je betrogen! Ha, scha"ndlich Weib, so bist du jetzt entlarvt, und deiner argen Tu"cke Ziel ist da! Von jenen Zauberinnen bist du eine, die zum Verderben uns mit Lieb' umstricken! Du hieltest mich in schno"den Banden fest, verlocktest mich mit bo"sem Trug! /ad Mein Arindal! Mein Arindal! /ar Um grausam mich zu qua"len, gabst meinen Kindern du den Feuertod, zertru"mmertest mit arger List mein Reich, ich selbst bin der Verzweiflung preisgegeben! /ad Halt ein! Halt ein! /ar Zu was dich la"nger schonen, um dich zu strafen, gabst du mir die Macht! Verruchtes Weib, sei denn verflucht! /ad Arindal, halt ein! Ah! Meineidiger, was tatest du! /zf Ada, die Bande sind gelo"st, unsterblich bleibst du, wie zuvor! /al O Gott, was ho"ren wir, was hat das zu bedeuten? /ad Entsetzlicher! So hieltest du den Schwur? Mit solchem Mut bewa"hrtest du die Treu? Verloren, ach verloren! Weh, unglu"cklich hast du fu"r Ewigkeit dein Weib gemacht!- So wisse denn, wie gross die Freveltat! Von einem Sterblichen und einer Fee bin ich erzeugt und so der Mutter gleich unsterblich. Da sah ich dich, und dir Meineidigen wandt ich all meine heisse Liebe zu! Sie war so gross, dass ich, um dein zu sein, freiwillig der Unsterblichkeit entsagte!- Der Feenko"nig zu"rnte mir darum, und da den Ru"cktritt er nicht wehren konnte, sucht er ihn dadurch zu erschweren mir, dass er mir dieses als Bedingnis gab: acht Jahr dir zu verschweigen, wer ich sei, und dann den letzten Tag auf dich so viel der Qualen und der Schrecken aufzuha"ufen, als dich verleiten ko"nnte, mir zu fluchen! Nur, wenn dein Herz standhaft aus Liebe sei soll ich das Los der Sterblichkeit erhalten. Wenn nicht, so sollte ich unsterblich bleiben und dann noch mein Begehren dadurch bu"ssen, dass ich auf hundert Jahr in einen Stein verwandelt sei! Nun denn, du kennst mein Los! /ar O Gott, wie braust's in meinem Hirn! Sag an, bist du nicht schuld an meines Reiches Not? /ad Sie endet schneller noch als sie bereitet! /ar Nun denn, sind jene Krieger nicht erschlagen, die dieser mir zu Hilfe brachte? /ad Ich tat's! Es waren deines Feindes Krieger, mit dene Harald dich verraten wollte. /ar Und Morald, fiel er nicht, war es nur Schein? /ad Durch meine Macht besiegt er jetzt den Feind! /ar Was frag ich noch? Schon fasst mich Wahnsinn an! Doch meiner Kinder Mord verdammet dich! /ad Von ihrer Geburt gereinigt, nimm sie hin, der Erde scho"nstes Los beglu"cke sie; nur mich nimmt grenzenloses Elend auf! /ar Nun denn, Verzweiflung, dir geho"r ich an! /ck Triumph! Wir sind befreit, erschlagen ist der Feind! /mo Ich bringe Sieg und Freude, vernichtet ist der Feind! /al Was ho"r ich! Wir sind befreit! /cd Erto"net, Jubelkla"nge zum Himmel hoch empor, des Sieges Hochgesa"nge erschallen jetzt allein! /lm Ich dru"cke dich als Sieger an meine frohe Brust! Welch unnennbare Freude, von dir befreit zu sein! ( Dich Holde zu befrein!) /zf So ist sie denn gerettet, zuru"ckgegeben uns. Nach der Verbannung Leiden wird sie unsterblich sein! /ad Hinweg von mir, Verra"ter! Ich stosse dich von mir! Noch eh der Tag sich endet, umschliesset mich der Stein! /ar Ach Ada, hab Erbarmen, stoss mich nicht ganz von dir!- Verzweiflung muss mich fassen, Wahnsinn mein Ende sein! \3 /ch Heil sei dem holden Frieden im sanften Himmelsglanz! Heil sei dem hohen Siege, der uns den Frieden gab! Der du zum Siege uns gefu"hrt, sei uns als Ko"nig jetzt gegru"sst! Die du im Leiden unser Trost, sei jetzt als Ko"nigin gegru"sst! Heil, siegesreicher Morald dir! Heil, tugendreiche Lora dir! Heil sei euch! /mo Genug, o endet dieser Feste Jubel! Vor Freude nicht, vor Wehmut bebt mein Herz! Noch gilt eu'r froher Ko"nigsgruss nicht mir! Denn der mir seine Wu"rde u"bertrug, ist dem unseligsten Geschick verfallen. Des Wahnsinns graue Nacht umhu"llet ihn, und ha"lt die leidenvolle Seel umfangen. Wenn auch sein Wille mich zum Ko"nig machte, so ehrt doch nur so lange mich als Herrscher, als Arindal dem du"stren Wahn erliegt! /lo Ach Bruder! Welch beklagenswert Geschick! Jetzt, da die Freude jeden Busen schwellt, muss ich dein fu"rchterliches Los beweinen! /ch Wir ehren euren Schmerz! Die Freude halte ein! /lm Allma"chtiger, in deine Himmel send ich mein bru"nstig Flehn hinauf! Lass weichen aus des ( Bruders ) ( Freundes ) ( Ko"nigs ) Sinnen des Wahnes schreckenvolle Macht! Ein Strahl aus deinem Glanz erleuchte seiner Seele Nacht! /ar Hallo! Lasst alle Hunde los! Dort, dort! Die Hirschin! Seht! Herbei! Ihr Ja"ger herbei! Du, Waidmann, wandre voran! Jucche, es schmettert das Horn! O seht, schon mu"de wird das Tier! Packt an! Ich sende den Pfeil! Seht wie er fliegt! Ich zielte gut! Haha! Das traf in's Herz! O seht, das Tier kann weinen! Die Tra"ne gla"nzt in seinem Aug'! O, wie's gebrochen nach mir schaut! Wie scho"n sie ist! Entsetzen! Ha, es ist kein Tier, seht her! Es ist mein Weib!- Ich seh den Himmel dort sich o"ffnen, die lichten Tore springen auf! O welcher Duft, o welcher Glanz! Bin ich ein Gott, dies zu empfinden? Beschwingt hebt sich mein Geist empor! Ha, wie der Staub nach unten sinkt! Es reicht sich eine Hand mir dar, voll Liebe fu"hrt sie mich hinauf, ich atme milde Go"tterluft!- Was soll's? Noch bin ich Mensch! Du seist verflucht! Haha! So ist's vollbracht! Jetzt bin ich wieder Staub! Leg dich zur Ruhe, Staub, die Erde birgt dich gern!- Ha, wie es um dich da"mmert! Es ist die milde Nacht. O schaurig, su"sse Luft, befa"ngst du meine Seele? Ich lag in deinem Arme, so sanft war meine Ruhe, ich kann dich nicht umfangen, du bist so fern, so fern! Und dennoch nahst du mir, ja, ja, ich sehe dich! Warum den tiefen Schmerz im tra"nenvollen Blick? /as Mein Gatte Arindal, was hast du mir getan? Es schliesst ein kalter Stein die heisse Liebe ein. Die Tra"ne nur erweicht der rauhen Hu"lle Zwang, durch alle Schranken dringt die Liebe noch zu dir, und ho"rest du die Klage, so eile her zu mir! /gs Auf, Arindal, was zauderst du? Sieh, jenen Schild und jenes Schwert kann dich dem Sieg, doch jene Leier noch gro"sser'm Glu"ck entgegenfu"hren. Bist du von Mut und Lieb' erfu"llt, so wirst das Ho"chste du erreichen!- /fa So wa"re unsre Ada denn gerettet, und der Unsterblichkeit zuru"ckgegeben! Wohlan, vollenden wir das letzte Werk, damit kein Ru"ckschritt je zu denken sei:- den Sterblichen dem sichern Tod zu weihn! /ze Fu"rwahr, mich jammert Arindals Geschick; schon bu"sst er durch des Wahnsinns Schrecken den Meineid schwer. /fa O nicht der Meineid bloss, seine Vermessenheit weiht ihn dem Tod! Soll ungestraft ein ku"hner Sterblicher des Feenreiches Stolz uns rauben wollen? Wir fu"hren auf den Weg zu Ada ihn; sie zu befrein, sei er von uns ermuntert. /ze Was willst du tun? Ihn auf den Weg geleiten, auf dem er wirklich sie erlo"sen kann? /fa Was fu"rchtest, To"rin, du? Da er als Mensch zu siegen nicht vermocht, wie sollt er da bewa"hren sich, wo Feenkraft nur siegt? Im Kampfe wird er sicher unterliegen! /zf Auf! Erwache, Arindal! /ar Wer ruft mich? Ha, wohin hat mich ein wilder Wahn getragen? Ich ho"rte meine Gattin rufen! O Gott, wie ist die du"st're Nacht durch ihren Ruf zum Tage mir erhellt! /zf Nun, Arindal, erkennst du uns? /ar Euch seh ich wieder, teure Feen, die ihr um meine Gattin wart. Ach, meine Gattin, wo ist sie? /zf Hast du den Mut, sie zu befrein? /ar Was ho"re ich? Sie zu befrein durch meinen Mut ko"nnt es gelingen? /fa Was prahlest du von deinem Mute? Ist sie nicht deiner Feigheit Opfer? /ar O wende deine Hohn von mir! Sagt mir, ist sie noch zu befrein? /ze Im kalten Steine eingeschlossen verzweifelt sie an ihrer Rettung. /ar Ihr foltert mich! - Ich habe Mut! Wer leitet mich zu ihr dahin? /zf Nun denn, wir fu"hren dich zu ihr! /ar O Gott, wie fass ich es, zu ihr! Ach sie, die Gattin zu befrein, wie fu"llt es mich mit Freudenglut! O leitet mich dahin zu ihr, ihr opf'r ich all mein heisses Blut! /zf Ha, diese rasche Freudenglut wird ihn den sich'ren Tode weihn. Wir leiten gern ihn hin zu ihr, denn uns erfreut sein Untergang! /ce Ihr Geister, auf, bewachet treu die dunkle Schreckenspforte, die diese Kluft umschliesst! Dem Ungeweihten wehrt den Weg! Er fu"hrt zum ho"chsten Heiligtum! Ihr Geister auf! Bewachet treu! /ar Wo fu"hrt ihr hin! Hier schmachtet meine Gattin? /ch Wer naht sich dort? /fa Ein Sterblicher begehrt von euch den Eintritt! /ch Wehe ihm! /ze Nun, Arindal! Beka"mpfe jene! /ar O diese schreckenvolle U"berzahl! /fa Kleinmu"tiger, dir bangt? /ar Die Liebe siegt!- Weh mir, ich unterliege schon! /gs Den Schild! /zf Entsetzlich, ha, er hat gesiegt! Durch fremde Macht bezwang er sie, doch siegen soll er nimmermehr! /ar O welches Glu"ck, der Sieg ist mein! Dank sei, Groma, deiner hohen Macht! /gg Heil Arindal, und fasse Mut, zum Siege schreitest du voran! /ce Schliesst fest euch an, und haltet stark, den Eingang wehren wir zum ho"chsten Heiligtum! /ch Was will der Fremdling hier? /ze Er trotzet eurer Kraft und fordert euch zum Kampf! /ch Wehe ihm! /ar Mich schreckt nicht eure Erzes Schirm, vernichten soll euch meine Macht! Weh mir, den Schild verla"sst die Kraft! /gs Das Schwert! /zf Ha, wehe uns, der Sieg ist sein! Statt des Vermessenen Verderben bezwecken wir sein ho"chstes Glu"ck! /cg Heil, Arindal, und fasse Mut, zum Siege schreitest du voran! /fa Doch jetzt erlahme seine Kraft! /ar Doch sagt! Wo find ich meine Gattin? /fa Wohlan! Jetzt sollst du sie befrein! /ze Sieh, Arindal, dort schmachtet deine Gattin! /ar Allma"chtiger, wie trag ich diesen Anblick? Wie nenn ich das Gefu"hl, das mich durchbebt? Ist's Wonne, die mir wird durch ihre Na"he? Ist es Entsetzen, so sie zu erblicken? Ah, welche Wehmut fu"llt mein armes Herz. O Ada! Wie vernichte ich den Fluch? /ze Was ziemt's zu klagen hier? Sie zu befrein kamst du hierher! /ar O sagt, wie ich's vollende? /fa Entzaubre diesen Stein, und sie ist frei! /ar Weh mir! Kann Menschenkraft dies je vollbringen? /fa Versuch's, doch wisse erst, was dich bedroht! Du bist mit ku"hn vermess'ner Kraft gedrungen bis hierher in der Feen Heiligtum, und kannst du jetzt dein Werk nicht ganz vollenden, so bu"ssest du das frevelnde Begehren mit ewiger Verwandelung in Stein! /ar Ha, furchtbar! Dies ist denn mein Los! Weh mir, es unterliegt mein Mut und mein Verlangen ist gela"hmt. Vollenden kann ich nicht mein Werk und lange Qualen sind ihr Los! /fz Ha, endlich unterliegt sein Mut und sein Verlangen ist gela"hmt. Vollendet er jetzt nicht sein Werk, so ist ein ew'ger Tod sein Los. /gc Mut, Arindal, und sei getrost, du kannst die Gattin noch befrein! /gs Ergreif die Leier! /ar O Gott, was ho"re ich? Ja, ich besitze Go"tterkraft! Ich kenne ja der holden To"ne Macht der Gotheit, die der Sterbliche besitzt! Du, heisse Liebe, Sehnsucht und Verlangen entzaubert denn in To"nen diesen Stein! /zf Weh, das ist Gromas Werk! /ar O ihr, des Busens Hochgefu"hle, die hold in Liebe sich umfah'n! Und du Verlangen, heisses Sehnen, mit deinem wonnesu"ssen Schmerz! Euch ruf ich auf, aus meinem Busen, aus meiner Seele schwingt euch auf! Zusammen fliesse all Empfinden in holder To"ne Zaubermacht, und flehet an den kalten Stein: gib meine Gattin mir zuru"ck! /ad Jetzt kann mich keine Macht dir rauben! /fk Du Sterblicher drangst ein in unser Reich, und die unendliche Gewalt der Liebe verlieh dir jene hohe Kraft, die nur Unsterblichen zu eigen ist verliehn! So wisse denn: durch deine Schuld als Mensch bleibt Ada jetzt unsterblich, wie sie war; doch, der sie uns mit Go"tterkraft entwunden, ist mehr als Mensch - unsterblich sei, wie sie! /ch Gegru"sst sei Arindal im hohen Feenreiche, dir ist Unsterblichkeit nach deiner Kraft verliehn! /ad Entsage deinem Erdenreich, mein Feenland beherrsche jetzt! /ar Noch fu"hl ich sterblich mich genug und kann vor Wonne mich nicht fassen! /zf Entzu"cken kehret wieder ein, da beide jetzt gewonnen sind! /ar Euch beiden geb ich jetzt mein Erdenland, ein ho"h'res Reich ist Seligem mir verliehn! Seid glu"cklich stets, denn ich beschu"tze euch! /ch Ein hohes Los hat er errungen, dem Erdenstaub ist er entru"ckt! Drum sei's in Ewigkeit besungen, wie hoch die Liebe ihn beglu"ckt!