Richard Wagner:
Sehen wir hinaus über die Länder und Völker, so
erkennen
wir überall durch ganz Europa das Gähren einer
gewaltigen Bewegung,
deren erste Schwingungen uns bereits erfaßt haben, deren
volle Wucht
bald über uns hereinzubrechen droht. Wie ein ungeheurer
Vulkan erscheint
uns Europa, aus dessen Innerem ein beständig wachsendes,
beängstigendes
Gebrause ertönt, aus dessen Krater dunkle, gewitterschwangere
Rauchsäulen
hoch zum Himmel empor steigen und, Alles rings mit Nacht
bedeckend, sich
über die Erde lagern, während bereits einzelne
Lavaströme,
die harte Kruste durchbrechend, als feurige Vorboten, Alles
zerstörend
sich ins Thal hinabwälzen.
Eine übernatürliche Kraft scheint unsern Welttheil
erfassen,
aus dem alten Gleise herausheben und in eine neue Bahn schleudern
zu wollen.
Ja, wir erkennen es, die alte Welt, sie geht in Trümmer, eine
neue
wird aus ihr erstehen, denn die
erhabene Göttin Revolution, sie kommt daher gebraust
auf den
Flügeln der Stürme, das hehre Haupt von Blitzen
umstrahlt, das
Schwert in der Rechten, die Fackel in der Linken, das Auge so
finster,
so strafend, so kalt, und doch, welche Glut der reinsten Liebe,
welche
Fülle des Glückes strahlt Dem daraus entgegen,
der es
wagt mit festem Blicke hinein zu schauen in dies dunkle Auge! Sie
kommt
daher gebraust, die ewig verjüngende Mutter der Menschheit,
vernichtend
und beseeligend fährt sie dahin über die Erde, und vor
ihr her
saust der Sturm und rüttelt so gewaltig an allem von Menschen
Gefügten,
daß mächtige Wolken des Staubes verfinsternd die
Lüfte
erfüllen, und wohin ihr mächtiger Fuß tritt, da
stürzt
in Trümmer das in eitlem Wahne für Jahrtausende Erbaute,
und
der Saum ihres Gewandes streift die letzten Überreste hinweg!
Doch
hinter ihr, da eröffnet sich uns, von lieblichen
Sonnenstrahlen erhellt,
ein nie geahntes Paradies des Glückes, und wo ihr Fuß
vernichtend
geweilt, da entsprossen duftende Blumen dem Boden und frohlockende
Jubelgesänge
der befreiten Menschheit erfüllen die noch vom
Kampfgetöse erregten
Lüfte!
Nun blickt hier unten um Euch her. Da seht Ihr den Einen, den
mächtigen
Fürsten, wie er mit ängstlich klopfendem Herzen, mit
stockendem
Athem dennoch eine ruhige, kalte Miene zu erheucheln und sich
selbst und
Andern wegzuleugnen sucht, was er doch klar erkennt als
unabwendbar. Da
seht Ihr den Andern, mit dem von allen Lastern durchfurchten
ledernen Antlitz,
wie er mit emsiger Thätigkeit all seine kleinen
Gaunerkünste,
die ihm so manches Titelchen, so manches Ordenskreuzlein
eingebracht, auskramt
und spielen läßt, wie er mit
diplomatisch-lächelnder, geheimnißvoller
Miene den ängstlich zum Riechfläschchen greifenden
Dämchen
und zähneklappernden Junkerchen Beruhigung
einzuflößen
sucht durch die halboffizielle Mittheilung: daß
höchstgestellte
Personen dieser fremdartigen Erscheinung Couriere mit
Cabinetsbefehlen
nach verschiedenen Seiten abgegangen, daß selbst das
Gutachten des
weisen Regierungskünstlers Metternich von London unterwegs
sei, daß
die betreffenden Behörden rings umher Instruktionen erhalten
haben,
und somit der hochgebornen Gesellschaft die interessante
Überraschung
vorbereitet wird, beim nächsten Hofballe diese
gefürchtete Landstreicherin,
Revolution, - natürlich im eisernen Käfig mit Ketten
beladen,
- in genauen Augenschein nehmen zu können. - Dort seht ihr
den Dritten,
wie er spekulierend das Nahen der Erscheinung beobachtet, auf die
Böse
läuft, bemißt und berechnet das Steigen und Fallen der
Papierchen,
und schachert und feilscht, und immer noch ein Procentchen zu
erhalten
strebt, bis mit Einemmale sein ganzer Plunder in die Lüfte
zerstäubt.
Da seht ihr hinter dem verstaubten Aktentische eins der
eingetrockneten,
verrosteten Räder unserer jetzigen Staatsmaschine kauern, wie
es seine
alte, abgestumpfte Feder über das Papier kratzen
läßt,
und fort und fort den alten Haufen der papierenen Weltordnung zu
vermehren
strebt. Wie getrocknete Pflantzen liegen zwischen diesen
Stößen
von Dokumenten und Verträgen die Herzen der lebendigen
Menschheit
und verdorren zu Staub in diesen modernen Folterkammern. Dort
herrscht
gewaltige Emsigkeit, denn das über die Länder gesponnene
Netz
ist an manchen Stellen zerrissen, und die überraschten
Kreuzspinnen,
sie drehen und weben neue Fäden durcheinander, um das
Gelockerte wieder
zu festigen. Dort dringt kein Strahl des Lichtes hinein, dort
herrscht
ewige Nacht und Finsterniß, und in Nacht und
Finsterniß wird
das Ganze spurlos versinken. - Von jener Seite aber, da klingt
helle kriegerische
Musik, es blitzen Schwerter und Bajonette, schwere Kanonen rasseln
herbei
und dichtgedrängt wälzen sich die langen Reihen der
Heere heran.
Die tapfere Heldenschaar, sie ist ausgezogen, den Strauß zu
bestehen
mit der Revolution. Der Feldherr läßt marschiren rechts
und
links, und stellt dahin die Jäger, dorthin die Reiterei, und
vertheilt
nach weisem Plane die langen Heeressäulen und die
zerschmetternde
Artillerie; und die Revolution, das Haupt hoch in den Wolken,
kommt herangeschritten,
- und sie sehen sie nicht und warten auf den Feind; und sie steht
schon
in ihrer Mitte, - und sie sehen sie nicht, und warten auf den
Feind; und
sie hat sie erfaßt mit ihrem gewaltigen Sturmwirbel und
aufgelöst
die Reihen und zerstäubt die künstlich erstohlene Kraft,
- und
der Feldherr, er sitzt da, auf die Landkarte schauend und
berechnend, von
welcher Seite der Feind wohl zu erwarten und wie stark er sei, und
wann
er kommen werde! - Dort aber seht Ihr ein ängstlich
bekümmertes
Gesicht: ein ehrlicher, fleißiger Bürger ist's. Er hat
gestrebt
und gewirkt sein Lebelang, er hat redlich gesorgt für das
Wohl Aller,
so weit seine Kraft reichte; keine Thräne, kein Unrecht
haftet an
dem Scherflein, welches seine nützliche Thätigkeit
erworben,
ihm
zum Unterhalt im schwachen Alter, den Seinen zum Eintritt
in das
freundlose Leben. Wohl fühlte er das Nahen des Sturmes, wohl
erkennt
er, daß keine Kraft ihm zu wehren vermag, doch jammert sein
Herz,
blickt er zurück auf sein kummervolles Dasein, dessen einzige
Frucht
nun der Vernichtung geweiht ist. Nicht verdammen dürfen wir
ihn, klammert
er sich ängstlich an seinen Schatz, sträubt er im
blinden Eifer
sich mit allen Kräften erfolglos gegen das Hereinbrechende.
Du Unglücklicher!
erhebe das Auge, blicke auf dorthin, wo auf den Hügeln
Tausende und
Tausende versammelt, die voll freudiger Spannung der neuen Sonne
entgegenharren!
Betrachte sie, es sind deine Brüder, deine Schwestern, es
sind die
Schaaren jener Armen, jener Elenden, die bisher vom Leben
nichts
gekannt als das Leiden, die Fremdlinge waren auf dieser
Erde der
Freude; sie Alle erwarten die Revolution, die dich
ängstigt,
als ihre Erlöserin aus dieser Welt des Jammers, als die
Schöpferin
einer neuen, für Alle beglückende Welt! Sieh hin,
dort
strömen Schaaren heraus aus den Fabriken; sie haben geschafft
und
erzeugt die herrlichsten Stoffe, - sie selbst und ihre Kinder sind
nackt,
sie frieren und hungern, denn nicht ihnen gehört die
Frucht
ihrer Arbeit, dem Reichen und Mächtigen gehört sie, der
die Menschen
und die Erde sein eigen nennt. Sieh, dort ziehen sie heran,
von
den Dörfern und Gehöften; sie haben die Erde bebaut, und
zum
freundlichen Garten umgeschaffen, und Fülle der Früchte,
genügend
für Alle, die da leben, lohnte ihr Mühen, - doch sind
sie arm
und nackt und hungern, denn nicht ihnen und den Andern, die da
bedürftig
sind, gehört der Segen der Erde, allein dem Reichen und
Mächtigen
gehört er, der die Menschen und die Erde sein eigen
nennt.
Sie Alle, die Hunderttausende, die Millionen, sid lagern auf den
Höhen
und blicken hinaus in die Ferne, wo die wachsende Wolke das Nahen
der befreiende
Revolution verkündet, und sie Alle, denen Nichts zu bedauern
bleibt,
denen man selbst die Söhne raubt, um sie zu tapfern
Kerkermeistern
ihrer Väter zu erziehen, deren Töchter mit Schande
beladen die
Straßen der Städte durchwandeln, ein Opfer der
niedrigen Lüste
des Reichen und Mächtigen, sie Alle mit den bleichen,
gramdurchfurchten
Gesichtern, den von Hunger und Frost verzehrten Gliedern, sie
Alle, die
nie
die Freude kannten, sie lagern dort auf den Höhen, und bebend
vor
wonnevoller Erwartung schauen sie mit angestrengtem Blicke der
nahenden
Erscheinung entgegen, und lauschen in lautloser Entzückung
dem Brausen
des anschwellenden Sturmes, der ihrem Ohre entgegenträgt den
Gruß
der Revolution:
Ich bin das ewig verjüngende, das ewig schaffende Leben! wo
ich
nicht bin, da ist der Tod! Ich bin der Traum, der Trost, die
Hoffnung des
Leidenden! Ich vernichte was besteht, und wohin ich wandle, da
entquillt
neues Leben den todten Gestein. Ich komme zu Euch, um zu
zerbrechen alle
Ketten, die Euch bedrücken, um Euch zu erlösen aus der
Umarmung
des Todes, und ein junges Leben durch euere Glieder zu
ergießen.
Alles, was besteht, muß untergehen,
das ist das ewige Gesetz der Natur, das ist die Bedingung des
Lebens, und
ich, die ewig Zerstörende, vollführe das Gesetz, und
schaffe
das ewig junge Leben. Ich will zerstören von Grund aus die
Ordnung
der Dinge, in der Ihr lebt, denn sie ist entsproßen der
Sünde,
ihre Blüthe ist das Elend und ihre Frucht das Verbrechen; die
Saat
aber ist gereift und der Schnitter bin ich. Ich
will zerstören jeden Wahn, der Gewalt hat über den
Menschen.
Ich will zerstören die Herrschaft des Einen über die
Andern,
der Todten über die Lebendigen, des Stoffes über den
Geist; ich
will zerbrechen die Gewalt der Mächtigen, des Gesetzes und
des Eigenthums.
Der
eigne
Wille sei der Herr des Menschen, die eigne Lust sein einzig
Gesetz,
die eigne Kraft sein ganzes Eigenthum, denn das Heilige
ist allein
der freie Mensch, und nichts Höheres ist denn Er.
Vernichtet sei
der Wahn, der Einem Gewalt giebt über Millionen, der
Millionen unterthan
macht dem Willen eines Einzigen, der Wahn, der da lehrt: der Eine
habe
die Kraft die Andern alle zu beglücken. Das Gleiche darf
nicht herrschen
über das Gleiche, das Gleiche hat nicht höhere Kraft
denn das
Gleiche, und da Ihr Alle gleich, so will ich
zerstören jegliche
Herrschaft des Einen über den Andern.
Vernichtet sei der Wahn, der dem Tode Gewalt giebt über das
Leben,
der Vergangenheit über die Zukunft. Das Gesetz der Todten,
das ist
ihr eigen Gesetz, es theilt ihr Loos und stirbt mit ihnen,
es darf
nicht herrschen über das Leben. Das Leben ist sich selbst
sein
Gesetz. Und weil das Gesetz für die Lebendigen ist und
nicht für
die Todten, und weil Ihr lebendig seid und Keiner ist, der
über
Euch wäre, so seid Ihr selbst das Gesetz, so ist Euer
eigner freier
Wille das einzige höchste Gesetz, und ich will zerstören
die
Herrschaft des Todes über das Leben.
Vernichtet sei der Wahn, der den Menschen unterthan macht seinem
eignen
Werke, dem Eigenthume. Das höchste Gut des Menschen ist seine
schaffende
Kraft, das ist der Quell, dem ewig alles Glück entspringt,
und nicht
im Erzeugten, im Erzeugen selbst, im
Bethätigen eurer
Kraft liegt euer wahrer höchster Genuß. Des
Menschen Werk,
es ist leblos, das Lebendige darf sich nicht dem Leblosen
verbinden, darf
sich nicht ihm unterthan machen. Darum sei vernichtet der Wahn,
der den
Genuß beschränkt, die freie Kraft hemmt, der das
Eigenthum schafft
außer dem Menschen und ihn zum Knechte macht seines eignen
Werkes.
Blickt hin, ihr Unglücklichen, auf jene gesegneten Fluren,
die Ihr
jetzt als Knechte, als Fremdlinge durchstreift. Frei sollt
Ihr auf
ihnen wandeln, frei vom Joche der Lebendigen, frei von den Fesseln
der
Todten. Was die Natur geschaffen, die Menschen bebaut und zu
fruchttragenden
Gärten umgewandelt, es gehört den Menschen, den
Bedürftigen,
und Keiner darf kommen und sagen: "Mir allein gehört
dies Alles,
und ihr Andern Alle seid nur Gäste, die ich dulde, so lange
es mir
gefällt und sie mir zinsen, und die ich verjage, sobald mich
die Lust
treibt. Mir gehört, was die Natur geschaffen, der
Mensch gewirkt
und der Lebendige bedarf." Vernichtet sei diese Lüge, nur dem
Bedürfnisse
allein gehört, was es befriedigt, und im
Überfluß bietet
solches die Natur und Euere eigne Kraft. Seht dort die Häuser
in den
Städten, und Alles was den Menschen vergnügt und
erfreut, woran
Ihr als Fremdlinge vorüberwandeln müßt; des
Menschen Geist
und Kraft hat es geschaffen, und darum gehört es den
Menschen,
den Lebendigen, und nicht Einer darf da kommen und
sagen:
"Mir gehört Alles, was die Menschen geschaffen mit
ihrem Fleiße.
Ich
allein habe ein Recht darauf und die Andern genießen nur, so
weit
es mir beliebt und sie mir zinsen." Zerstört sei diese
Lüge mit
den andern; denn was der Menschheit Kraft geschaffen, das
gehört der
Menschheit zum freien unbeschränkten Genusse, wie alles
Andere auch
was da ist auf Erden.
Zerstören will ich die bestehende Ordnung der Dinge, welche
die einige
Menschheit in feindliche Völker, in Mächtige und
Schwache, in
Berechtigte und Rechtlose, in Reiche und Arme theilt, denn sie
macht aus
Allen nur Unglückliche. Zerstören will ich die
Ordnung
der Dinge, die Millionen zu Sclaven von Wenigen, und diese Wenigen
zu Sclaven
ihrer eignen Macht, ihres eignen Reichthumes macht. Zerstören
will
ich diese Ordnung der Dinge, die den Genuß trennt von der
Arbeit,
die aus der Arbeit eine Last, aus dem Genusse ein Laster macht,
die einen
Menschen elend macht durch den Mangel, und den andern durch
den
Überfluß. Zerstören will ich diese Ordnung der
Dinge, welche
die Kräfte der Menschen verzehrt im Dienste der Herrschaft
der Todten,
des leblosen Stoffes, welche die Hälfte der Menschen in
Thatlosigkeit
oder nutzloser Thätigkeit erhält, die Hunderttausende
zwingt,
ihre kräftige Jugend in geschäftigem Müssiggange
als Soldaten,
Beamte, Spekulanten und Geldfabrikanten der Erhaltung dieser
verworfenen
Zustände zu weihen, während die andere Hälfte durch
übermäßige
Anstrengung ihrer Kräfte und Aufopferung jedes Lebensgenusses
das
ganze Schandgebäude erhalten muß. Zerstören bis
auf die
Erinnerung daran will ich jede Spur dieser wahnwitzigen Ordnung
der Dinge,
die zusammengefügt ist aus Gewalt, Lüge, Sorge,
Heuchelei, Noth,
Jammer, Leiden, Thränen, Betrug und Verbrechen, und der nur
selten
zuweilen ein Strom unreiner Lust, fast nie aber ein Strahl reiner
Freude
entquillt. Zerstört sei Alles, was Euch bedrückt und
leiden macht,
und aus den Trümmern dieser alten Welt erstehe eine
neue, voll
nie geahnten Glückes. Nicht Haß, nicht Neid, nicht
Mißgunst
und Feindschaft sei fortan unter Euch, als Brüder
sollt Ihr
Alle,
die Ihr da lebt, Euch erkennen, und frei, frei im Wollen,
frei
im Thun, frei im Genießen, sollt Ihr den Werth des
Lebens
erkennen. Darum auf, ihr Völker der Erde! auf, ihr Klagenden,
ihr
Gedrückten, ihr Armen! auf, auch Ihr Andern, die Ihr mit
eitlem Glanze
der Macht und des Reichthumes vergeblich die innere Trostlosigkeit
Eures
Herzens zu umkleiden strebt! auf! folgt in buntem Gemische meiner
Spur,
denn keinen Unterschied weiß ich zu machen unter denen, so
mir folgen.
Nur zwei Völker noch giebt es von jetzt an: Das Eine,
welches
mir folgt, das Andere, welches mir widerstrebt. Das Eine
führe ich
zum Glücke, über das Andere schreite ich zermalmend
hinweg, denn
ich bin die Revolution, ich bin das ewig schaffende Leben,
ich bin
der einige Gott, den alle Wesen erkennen, der Alles, was
ist, umfaßt,
belebt und beglückt!»
Und seht, die Schaaren auf den Hügeln, sie liegen lautlos auf
den
Knieen, sie lauschen in stummer Verzückung, und wie der
sonnverbrannte
Boden die kühlenden Tropfen des Regens, so saugt ihr vom
heißen
Jammer verdorrtes Herz die Laute des brausenden Sturmes ein, und
neues
Leben quillt durch ihre Adern. Näher und näher
wälzt sich
der Sturm, auf seinen Flügeln die Revolution; weit
öffnen sich
die wiedererweckten Herzen der zum Leben Erwachten, und siegreich
zieht
ein die Revolution in ihr Gehirn, in ihr Gebein, in ihr Fleisch,
und erfüllt
sie ganz und gar. In göttlicher Verzückung springen sie
auf von
der Erde, nicht die Armen, die Hungernden, die vom Elende
Gebeugten sind
sie mehr, stolz erhebt sich ihre Gestalt, Begeisterung strahlt von
ihrem
vereitelten Antlitz, ein leuchtender Glanz entströmt ihrem
Auge und
mit dem himmelerschütternden Rufe: ich bin ein Mensch!
stürzen
sich die Millionen, die lebendige Revolution, der Mensch gewordene
Gott,
hinab in die Thäler und Ebenen, und verkünden der ganzen
Welt
das neue Evangelium des Glückes!
Digitized by Hannu
Salmi
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